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Reisebericht: Breitengrad 66 – Überquerung des Südlichen Polarkreises mit HX Hurtigruten Expeditions – Teil 1

Eine außergewöhnliche Expedition in die Antarktis beginnt: Pia Lehmann begleitet eine Eisexpeditionen.de-Gruppe auf der MS Roald Amundsen von HX Hurtigruten Expeditions über den Südlichen Polarkreis. In diesem ersten Teil ihres zweiteiligen Reiseberichts nimmt sie uns mit von Buenos Aires durch die berüchtigte Drake Passage bis zu den ersten emotionalen Begegnungen mit Adeliepinguinen und majestätischen Eisbergen. Erleben Sie die ersten neun Tage einer Reise, die unter die Haut geht und unvergessliche Momente verspricht.

Tag 1: 26. Januar 2025 – Der Start einer unvergesslichen Expedition

Unsere Eisexpeditionen.de-Gruppenreise mit der MS Roald Amundsen von HX Hurtigruten Expeditions beginnt – das Abenteuer „Breitengrad 66 – Überquerung des Südlichen Polarkreises“ liegt vor uns!

Pünktlich um 22:05 Uhr hebt unser Direktflug von Frankfurt nach Buenos Aires ab. Bereits an Bord des Flugzeugs lerne ich einen Teil der Reisegruppe kennen – eine schöne Gelegenheit, sich schon vor der Ankunft in Argentinien auszutauschen und die Vorfreude zu teilen.

Tag 2: 27. Januar 2025 – Buenos Aires erleben

Nach einem angenehmen Flug erreichen wir Buenos Aires um 07:55 Uhr – bei sommerlichen 25 Grad. Nach der Gepäckabholung erwarten uns bereits freundliche Mitarbeiter von HX Hurtigruten, die uns zu den Transferbussen bringen. Unsere Unterkunft für die Nacht ist das Hilton Hotel Buenos Aires, in dem wir gegen 10:00 Uhr ankommen. Die Zimmer stehen erst ab 15:00 Uhr zur Verfügung, doch unser Gepäck kann abgegeben werden, und die Hoteleinrichtungen wie der Pool sind bereits nutzbar.

Im Hotel gibt es einen HX Hospitality Desk, der von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet ist. Dort erhalten wir alle wichtigen Informationen zum weiteren Reiseverlauf, insbesondere zu den Transferzeiten und unserem Charterflug nach Ushuaia am nächsten Morgen.

Am Nachmittag bleibt Zeit für eine kleine Erkundungstour durch die Stadt. Buenos Aires beeindruckt mit seiner Mischung aus europäischer Eleganz und lateinamerikanischer Lebensfreude.

Den Abend verbringen einige von uns auf Empfehlung von Kristina Hillemann im Fervor Brasas, einem exzellenten Steakhouse mit argentinischer Küche – ein kulinarisches Highlight! Satt und zufrieden kehren wir ins Hotel zurück und fallen nach diesem langen Tag erschöpft, aber voller Vorfreude auf das, was kommt, ins Bett.

Tag 3: 28. Januar 2025 – Auf nach Ushuaia und Einschiffung auf die MS Roald Amundsen

Der Wecker klingelt früh – um 02:00 Uhr beginnt der neue Reisetag. Bereits um 02:45 Uhr treffen wir uns in der Lobby für den Transfer zum Flughafen von Buenos Aires. Ein kleines Frühstück wird im Hotel bereitgestellt, doch um diese Uhrzeit fällt es mir schwer, etwas zu essen.

Um 03:00 Uhr startet unser Transfer, und auch am Flughafen ist die Organisation perfekt: Check-in, Sicherheitskontrolle – alles läuft reibungslos. Um 06:00 Uhr hebt unser Charterflug nach Ushuaia ab. Nach einem knapp dreieinhalbstündigen Flug erreichen wir die südlichste Stadt Argentiniens.

In Ushuaia angekommen, werden unsere großen Koffer direkt zum Schiff transportiert, während wir uns auf eine Panoramatour durch die Stadt und die beeindruckende Landschaft Patagoniens begeben. Unser Guide erzählt uns spannende Details über Ushuaia, bevor wir bei einem gemeinsamen Mittagessen die ersten Eindrücke der Region auf uns wirken lassen. Anschließend unternehmen wir einen kurzen Spaziergang, um die Umgebung weiter zu erkunden.

Dann ist es soweit: Wir gehen an Bord der MS Roald Amundsen! Der Check-in verläuft reibungslos, und endlich kann ich meine Kabine 553 beziehen. Nach dem Auspacken folgt die obligatorische Seenotrettungsübung, ein wichtiger Bestandteil jeder Expeditionskreuzfahrt.

Am Abend genießen wir unser erstes gemeinsames Dinner im Hauptrestaurant Aune, bevor wir uns auf eine erste Erkundung des Schiffes begeben. Die Vorfreude auf die kommenden Tage wächst – und schließlich falle ich müde, aber voller Erwartungen an das Abenteuer, das vor uns liegt, in mein Bett.

Die Reise hat gerade erst begonnen, und doch ist bereits jetzt spürbar: Diese Expedition wird einzigartig.

Tag 4 und 5: 29. – 30. Januar 2025 – Die berüchtigte Drake Passage

Bereits am Vorabend wird uns angekündigt, dass uns eine raue Überfahrt durch die Drake Passage erwartet. Und tatsächlich – in der Nacht nimmt der Seegang spürbar zu. Ich habe mich mit Reisetabletten vorbereitet, doch die ersten eineinhalb Tage an Bord verbringe ich weitgehend in meiner Kabine und bekomme vom Bordleben nur wenig mit.

Am Abend des 30. Januars erwartet uns jedoch ein ganz besonderes Highlight: Hurtigruten Expeditions lädt unsere Gruppe zum Abendessen im exklusiven Suiten-Restaurant Lindström ein. Während wir uns auf das köstliche Menü freuen, taucht plötzlich ein Buckelwal direkt vor unseren Augen auf – ein atemberaubender Moment, der die gesamte Gruppe in Staunen versetzt. Dieses Erlebnis, kombiniert mit der wunderbaren Atmosphäre im Restaurant, macht den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Tag 5: 31. Januar 2025 – Die Überquerung des Südlichen Polarkreises & erstes Zodiac-Cruising

Heute ist ein ganz besonderer Tag, denn wir überqueren den Südlichen Polarkreis! Bereits am Abend zuvor wurde angekündigt, dass dies gegen 05:30 Uhr geschehen wird – ein Moment, den ich auf keinen Fall verpassen möchte. Also stelle ich mir den Wecker und begebe mich frühmorgens an Deck. Die Luft ist klar, das Licht magisch – ein unvergesslicher Augenblick, den ich tief in mir aufsauge.

Doch das Abenteuer hat gerade erst begonnen!

Gegen 10:15 Uhr ist es soweit: Unsere Gruppe „Crabeater Seals“ wird aufgerufen – unser erstes Zodiac-Cruising steht bevor! Dick eingepackt steigen wir in die Boote und fahren hinaus ins Eis. Die Szenerie ist überwältigend: riesige, strahlend weiße Eisschollen, schimmernde Eisberge und spiegelglatte Wasserflächen, die sich mit dunklem Polarmeer abwechseln.

Das absolute Highlight? Wir dürfen auf einer Eisscholle stehen! Vor uns ruht ein Krabbenfresser-Seehund, daneben ein Weddell-Seehund – hautnah erleben wir diese faszinierenden Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Die Dimensionen der Eisberge und die Stille dieser Landschaft sind mit Worten kaum zu beschreiben.

Nach etwa einer Stunde und 15 Minuten geht es zurück an Bord. Die Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden – wir blättern durch unsere Fotos, teilen unsere Erlebnisse und lassen den Tag beim gemeinsamen Abendessen im Restaurant Aune und einem entspannten Ausklang in der Explorer Lounge Revue passieren.

Tag 6: 1. Februar 2025 – Wissenschaft, Eisberge & unser erster Landgang in der Antarktis

Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir den Tag mit spannenden Vorträgen im Science Center. Besonders faszinierend ist die Präsentation der Meeresbiologen, die uns die Plankton-Proben zeigen, die am Vortag während des Zodiac-Cruisings entnommen wurden. An den Mikroskopen untersuchen wir selbst die winzigen Organismen und erhalten spannende Einblicke in das empfindliche Ökosystem der Antarktis.

Am Nachmittag geht es wieder hinaus aufs Wasser – das nächste Zodiac-Cruising steht an! Auch diesmal präsentiert sich die antarktische Landschaft von ihrer schönsten Seite: Eisberge in den verschiedensten Farben und Formen, glitzerndes Packeis und ein unendlicher Horizont.

Dann ein Moment, auf den wir alle gewartet haben: Die ersten Adeliepinguine der Reise! Direkt vor uns tummeln sich die kleinen, neugierigen Tiere auf dem Eis – die Begeisterung ist riesig! Nach etwa einer Stunde kehren wir zurück an Bord, gönnen uns eine kurze Pause zum Aufwärmen und bereiten uns auf das nächste große Erlebnis vor: Unser erster Landgang in der Antarktis.

Unsere Gruppe wird aufgerufen, und mit den Zodiacs geht es nach Red Rock Ridge. Dann ist es soweit – der erste Schritt auf den siebten Kontinent! Ein hochemotionaler Moment, der viele von uns tief berührt. Ich merke, wie mir ein paar Tränen in die Augen steigen – dies ist ein Moment, den ich nie vergessen werde.

Unser Weg führt uns über eine steinige, leicht holprige Strecke zu einer Kolonie von Adeliepinguinen. Die Tiere watscheln, rufen und spielen – es ist unbeschreiblich schön, sie aus nächster Nähe zu beobachten. Neben den Pinguinen entdecken wir auch zwei Robben und einige Skuas (Raubmöwen), die über unseren Köpfen kreisen.

Nach 1 Stunde und 15 Minuten treten wir den Rückweg an und kehren voller neuer Eindrücke zurück auf die MS Roald Amundsen. Beim Abendessen stoßen wir auf diesen ganz besonderen Tag an – ein Tag voller Emotionen, einzigartiger Begegnungen und unvergesslicher Erlebnisse.

Tag 7: 2. Februar 2025 – Eisberge, Robben und eine historische Insel

Nach den aufregenden letzten Tagen beginnt dieser Morgen etwas entspannter. Wir können etwas länger schlafen und starten mit einem ausgiebigen Frühstück, bevor uns spannende Vorträge des Expertenteams auf die kommenden Erlebnisse einstimmen.

Am Nachmittag, gegen 14:45 Uhr, beginnt das erste Zodiac-Cruising des Tages. Wir gleiten durch eine spektakuläre Landschaft aus gigantischen Eisbergen, die in den unterschiedlichsten Blau- und Weißtönen schimmern. Die Sonne blitzt gelegentlich durch die Wolkendecke und lässt das Eis geradezu leuchten. Wieder haben wir das Glück, einige Krabbenfresserrobben zu beobachten, die sich entspannt auf den Eisschollen ausruhen.

Am Abend folgt ein weiteres Highlight: Unsere Anlandung auf Stonington Island. Die Kulisse ist schlichtweg atemberaubend – riesige Gletscher erstrecken sich soweit das Auge reicht.

Besonders beeindruckend sind die zwei historischen Forschungsstationen, die die Geschichte der Antarktisforschung lebendig machen.

Stonington Island liegt nordöstlich der Neny-Insel in der Marguerite Bay und war einst über eine Schneebrücke mit dem Northeast-Gletscher verbunden.

Die Insel war Standort für:

  • East Base (1939–1941): Ein US-amerikanisches Basislager mit Platz für 26 Personen.

  • Base E (1946–1966): Eine britische Station, die in mehreren Phasen betrieben wurde.

Heute gehören diese Gebäude zu den geschützten historischen Stätten der Antarktis. Wir erkunden die Überreste der Forschungsstationen und stellen uns vor, wie es gewesen sein muss, hier in völliger Isolation zu forschen.

Nach diesem erlebnisreichen Tag lassen wir den Abend gemütlich ausklingen – beim Abendessen und mit einem traumhaften Panoramablick in der Explorer Lounge.

Tag 8: 3. Februar 2025 – Pinguine, Gletscher und ein einmaliges Panorama

Heute beginnt der Tag voller Vorfreude auf ein neues Abenteuer!

Unser erstes Ziel ist Bonington Island, wo wir mit den Zodiacs zu einer Erkundungsfahrt aufbrechen. Leider ist eine Anlandung nicht möglich, da der Verdacht besteht, dass einige der dort lebenden Vögel von der Vogelgrippe betroffen sind.

Vom Wasser aus können wir jedoch eine Kolonie von Adeliepinguinen mit ihren Küken beobachten – ein faszinierender Anblick! Plötzlich taucht ein Leopardenseehund direkt vor uns auf, gleitet elegant durchs Wasser und sorgt für einen weiteren magischen Moment.

Wir nähern uns so nah wie möglich der Gletscherkante und hören, wie der Gletscher arbeitet – ein tiefes Knacken und Rumpeln, das uns die gewaltigen Kräfte der Natur eindrucksvoll spüren lässt.

Zurück an Bord der MS Roald Amundsen umrunden wir bei strahlendem Sonnenschein die Pourquoi-Insel – ein traumhaftes Panorama, das sich in das Gedächtnis einbrennt. Von Deck aus haben wir das Glück, Buckel- und Finnwale zu beobachten.

Am Abend durchqueren wir eine der spektakulärsten Passagen der Region: The Narrow – eine enge Meeresstraße mit beeindruckenden Felsformationen zu beiden Seiten.

Einige Gäste dürfen an diesem Abend auf Horse Shoe Island campen – ein einzigartiges Erlebnis, das mich leider diesmal nicht trifft. Aber vielleicht beim nächsten Mal!

Tag 9: 4. Februar 2025 – Ein Sprung ins eiskalte Wasser

Der Tag startet mit strahlend blauem Himmel – perfekte Bedingungen für den Polar Plunge!

Schon früh um 07:30 Uhr landen wir auf Horse Shoe Island, wo uns erneut eine beeindruckende Gletscherlandschaft, Robben und Adeliepinguine erwarten.

Hier erkunden wir eine alte britische Forschungsstation, die bis 1960 betrieben wurde. Besonders spannend ist der Einblick in den Funkraum, die Schlafräume und die Gemeinschaftsbereiche – ein kleines Stück Forschungsgeschichte mitten im Eis.

Dann kommt der große Moment: Der Polar Plunge!

Unter dem Motto „Roald Amundsen Beach Club“ wagen wir uns ins Wasser. Mit Badekleidung unter den dicken Jacken geht es barfuß über das Eis, dann ein tiefer Atemzug – und rein ins eiskalte Wasser!

  • Außentemperatur: ca. 1°C

  • Wassertemperatur: 0°C

Ein Gefühl, als würde einem die Luft wegbleiben – aber was für ein Erlebnis! Wer kann schon behaupten, südlich des Polarkreises in der Antarktis geschwommen zu sein?

Nach dieser Erfrischung geht es zurück an Bord zum wohlverdienten Frühstück.

Gegen Mittag nehmen wir Kurs auf „The Gullet“, eine spektakuläre Meerenge zwischen der Adelaide-Insel und der Loubet-Küste.

Leider müssen wir gegen Ende des Passes umkehren – die Eislage ist zu dicht, eine Durchfahrt nicht möglich. Das bedeutet, dass wir einen Umweg um Adelaide Island fahren müssen.

Trotz dieser Planänderung erleben wir beim Abendessen erneut Wale und Robben, die unser Schiff begleiten. Ein spannender und ereignisreicher Tag!

Was Pia und unsere Reisegruppe im zweiten Teil der Reise erlebt haben, lesen Sie in Kürze im zweiten Teil ihres Antarktis-Reiseberichts.

Möchten auch Sie die Magie der Antarktis erleben und den Südlichen Polarkreis überqueren? Das Team von Eisexpeditionen.de berät Sie gerne zu dieser einzigartigen Expeditionskreuzfahrt mit HX Hurtigruten und plant mit Ihnen Ihre persönliche Reise ans Ende der Welt.

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